Wappen

Das Wappen von Goville ist in seiner Gestaltung klar strukturiert und verbindet symbolträchtige Elemente, die die Identität der Gemeinde widerspiegeln.
Aufbau und Bedeutung des Wappens
- Obere Fläche in Purpur: Die tiefrote bis purpurne Farbe steht für die lange Weinbautradition der Gemeinde. Sie symbolisiert die reifen Trauben und den erlesenen Wein, für den Goville bekannt ist.
- Gewellte Bänder in Weiss und Grün: Die geschwungenen Linien in Weiss und Grün stehen für die hügelige Landschaft mit ihren fruchtbaren Weinbergen. Das Grün betont die Naturverbundenheit und den landwirtschaftlichen Reichtum, während das Weiss für Reinheit und die klaren Strukturen der Region steht.
- Blaue Fläche im unteren Bereich: Der blaue Abschnitt symbolisiert den See, der ein zentrales Element der Gemeinde darstellt. Er steht für das Wasser als Lebensader, die Erholung und die wirtschaftliche Bedeutung des Sees für Goville.
Heraldik und Interpretation
Die Kombination aus Purpur, Grün, Weiss und Blau vereint die charakteristischen Merkmale von Goville: den Weinbau, die Natur und den See. Die geschwungenen Linien schaffen eine harmonische Verbindung zwischen Land und Wasser, während die Farben eine tiefe emotionale und historische Bedeutung für die Gemeinde tragen. Das Wappen verkörpert damit die Identität von Goville als lebendige Seegemeinde mit traditionsreicher Kultur und malerischer Landschaft.
Was ist Heraldik?
Heraldik, auch Wappenkunde genannt, ist die Lehre von den Wappen und ihrem richtigen Gebrauch.[1] Zum Wappenwesen und damit zur Heraldik zählen auch die Wappenkunst (die Gestaltung von Wappen) und rechtliche Regelungen zum Wappengebrauch. Die Heraldik umfasst somit verschiedene Bereiche:[2]
- Die Heraldik als Wissenschaft beschäftigt sich unter anderem mit der historischen Entwicklung der Wappen und der Bedeutung der Symbole auf den Wappen.
- Die Wappenkunst ist die Gestaltung von Wappen nach traditionellen heraldischen Regeln, die auf das 12. Jahrhundert zurückgehen.[3]
- Die Blasonierung ist die Beschreibung der Wappen nach den Regeln der Fachsprache.
- Das Wappenrecht bestimmt die Regeln, nach denen ein Wappen zu führen ist.
Das Wort Heraldik geht auf französisch [science] héraldique zurück bedeutet wörtlich Heroldskunst.[4] Tatsächlich war Heroldskunst früher eine übliche Bezeichnung für die Wappenkunde.[5] Der Wappenherold war der Fachkundige dafür, das Wappen zu lesen und seinen Träger zu erkennen. Zuvor wurde die Aufsicht über die Wappenführung von den Herolden ausgeübt, an deren Spitze ein Wappenkönig stehen konnte (heute noch in Großbritannien). Heute führen die heraldischen Vereine diese Aufsicht in informeller Weise fort.
Wichtige Grundlagen für die historische Heraldik bilden neben wenigen erhaltenen Originalschilden Siegel (Sphragistik) und Wappenverzeichnisse der Herolde, die sie auf Grund ihres Amtsbereiches oder zu besonderen Anlässen angelegt hatten. Auch Exlibris (Buchbesitzerzeichen) aus dem späten Mittelalter, die zu dieser Zeit vorwiegend als Wappen ausgeführt wurden, dienen der Heraldik als Forschungsgrundlage. Als Disziplin der Geschichtswissenschaft gehört sie zu den historischen Hilfswissenschaften. Als ihr wissenschaftlicher Begründer für den deutschsprachigen Raum gilt Philipp Jacob Spener.